Wir brauchen weniger Toast!

Der 19. Februar

Dass die Nazis hier gestern nicht marschieren konnten, ist ein großer Erfolg. Völlig ratlos hinterlässt mich allerdings die Linie der hiesigen CDU und FDP. Diesmal wurde noch konsequenter ignoriert, was jenseits der eigenen Aktionen gegen den Aufmarsch getan wurde. Die Polizei hat “50 Demonstranten vorwiegend aus dem linken Spektrum” in Gewahrsam genommen. Man könnte auch sagen: Die überwältigende Mehrheit der etwa 20.000 Gegendemonstranten war friedlich auf der Straße. Und Aggressionen gingen auch von der Polizei aus. Dass das Bündnis Dresden Nazifrei jetzt im Visier des LKA steht, während die Stadt Dresden offiziell den riesigen Erfolg dürftig besetzter Mahnwachen feiert, macht mich ratlos. Das ist Realitätsverweigerung, und eine Provokation für friedliche Demokraten, die gestern mehr tun wollten, als Beten für eine bessere Welt.

20.02.2011 · Keine Kommentare

Der 13. Februar

Ich bin froh und dankbar, dass gestern so viele Dresdner auf die Straße gegangen sind. Die Menschenkette, die spontane Demo am Hauptbahnhof und die Blockaden haben zusammen offenbar etwa 20.000 Menschen ergeben. Zur Verzweiflung treiben mich die hiesige CDU und das Dresdner Verwaltungsgericht. Die CDU scheint nicht zu begreifen, dass es auch jenseits der Menschenkette legitime Aktionen gegen Nazis geben muss. Wer neben friedlichem Gedenken nur linke und rechte Chaoten erkennt, der hat nicht hingeschaut. Das Bündnis Dresden Nazifrei ist kein schwarzer Block. Das Verwaltungsgericht schützt vor allem die Demonstrationsrechte der Rechten und setzt damit Prioritäten, die ich nicht nachvollziehen kann. In welchem Maße Gegendemos verboten, Anwohner und Studenten behindert wurden, damit Nazis ungestört marschieren können, ist ein Skandal.

14.02.2011 · Keine Kommentare

Grau, aber gut

Dass ich Gray Matter gespielt habe, ist auch schon über einen Monat her. In der aktuellen Intro behaupte ich, es sei spannend erzählt und stecke voller lebendiger Menschen. Das stimmt! Geärgert haben mich dagegen die Scheuklappen der Entwickler. Gray Matter spielt sich wie ein Relikt der Neunziger Jahre. Wie kann man so den Bezug zur Konkurrenz verlieren? weiterlesen →

24.01.2011 · Keine Kommentare

A New Beginning: Bent vermissen

Damit mich irgend etwas interessiert, egal ob Parteiprogramm, Muffin oder Adventure, brauche ich Liebe. Ohne das klebrige Gefühl, dass Menschen mit aller Leidenschaft das Bestmögliche aus sich herausgequält haben, kommt nichts Gutes zustande.

Als Mensch interessieren mich vor allem Menschen. Geschichten um MacGuffins und Riesenraumschiffe nehme ich nur in Kauf, weil ich sonst kaum noch etwas zum Spielen hätte. Der “Öko-Thriller” A New Beginning hinterlässt bei mir zwar das lauernde Gefühl, dass auch die Entwickler nicht so recht wussten, was die Greenpeace-Zeitreise eigentlich sollte, aber dafür haben sie Bent und Fay erfunden. Es geht vor allem um die Protagonisten, und in die würde ich mich auch verlieben, wenn sie in einem Tatort oder in einem Superheldencomic auftreten. Die paar Worte, die ich darüber für intro schreiben durfte, können der Sache auch nicht gerecht werden.

9.11.2010 · Keine Kommentare

Internationale Dröhntage DRÖHN

Messen sind pauschal nicht gut zu ertragen. Die Internationalen Spieltage SPIEL sind aber vielleicht die am besten zu ertragende von allen, vorausgesetzt, man erträgt den Namen. Abertausende Menschen sind nett zueinander, setzen sich an einen Tisch und spielen ein Brettspiel zusammen. Kein Vergleich mit dem Angstschweiß in der Diablo-3-Warteschlange auf der Gamescom. Auch, wenn viele Besucher so aussehen, als würden sie das Haus nur einmal im Jahr verlassen, herrscht großer Respekt.

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27.10.2010 · 4 Kommentare