Limbo ist schon fast wieder verschwunden. Auf dem IGF stand es im Rampenlicht, dann hat es zu seiner Veröffentlichung viel Bewunderung eingesammelt. Aber wenn ein Spiel länger als zwei Wochen draußen ist, redet man nicht mehr drüber. Die Erinnerung an Limbo ist verschwommen, wie das Spiel selbst. Der Held nur eine Silhouette mit leuchtenden Augen, die Welt flackert.
Limbo setzt eine klare Vision konsequent um und steht damit fast ganz allein da. Mir fällt seit Portal kein Spiel ein, dass einen ähnlich bleibenden Eindruck hinterlassen hätte. weiterlesen →
Limbo spielen ist besser, als schlafen
3.09.2010 · Keine Kommentare
Wegen Yakuza 3 denke ich an Japan
Japan ist für die meisten Spieler nur ein Klischee. Aus Japan kommen altmodische Spiele mit Herz, Pädophilie und schrillen Charakteren. Im Zweifelsfall taugt der nicht verstandene kulturelle Code als Witz. Genauso kann man auch Yakuza 3 sehen, und in meinem Artikel für die intro weise ich zumindest darauf hin, dass es exzentrisch wirkt. Eigentlich stoßen mich Gangstergeschichten im Allgemeinen und Machoehre im Besonderen ab, aber mit der lebendigen Welt, facettenreichen Charakteren und der unvorhersehbaren Story hat mich Yakuza 3 gefesselt. Im Vergleich dazu sieht Final Fantasy XIII ganz schön alt aus. Über das habe ich auch geschrieben, und hatte Schwierigkeiten, die Mischung aus Begeisterung und tiefer Abscheu in Worte zu fassen. Aber über Final Fantasy muss man nicht reden. Über Yakuza 3 müsste man reden.
30.04.2010 · Keine Kommentare
Sleep is Death ist eine gute Investition
Genau genommen heißt Jason Rohrers neues Spiel Sleep is Death (Geisterfahrer). Das ist allerdings schon die größte Schwäche. Bei Eurogamer.de hat man mich darüber schreiben lassen und ich brauche zwei Seiten, um es zu erklären. Eine Wertung dazu hätte ich nicht geben wollen, und Tanja hat mich freundlicher Weise auch nicht gezwungen. Erstens fällt mir wirklich kein Spiel ein, das mit Sleep is Death vergleichbar wäre, zweitens kann man es durchaus auch als Werkzeug statt als Spiel bezeichnen und drittens ist es noch zu früh, um zu sagen, wer mitmacht. Wenn sich wirklich eine starke Community formiert, ist Sleep is Death für jeden empfehlenswert, der gern erzählt oder spielt. Wenn nicht, dann nur für Menschen mit Freunden. Der Anfang sieht gut aus. Wer sich bei SIDtube anmeldet, kann jetzt schon grandiose Lady Gaga-Kostüme runterladen.
16.04.2010 · Keine Kommentare
Ich mag Just Cause 2, rege mich aber trotzdem darüber auf.
Immer noch zuviel Kompromisse — das ist die Tragödie von Just Cause 2, aber eher ein Tragödchen. Da wo es wichtig ist, ist es dagegen makellos. In meinem aktuellen Test für die intro vergleiche ich die Höhepunkte mit dem Fiebertraum eines Dreizehnjährigen. Das ist ein Kompliment.
Just Cause 2 ist also großartig, wenn man Statuen feindlicher Diktatoren an aufsteigende Hubschrauber heften will, oder zwei Gegner aneinander. Leider ist es in einigen Punkten aber auch richtig schlecht. Und die irritieren mich. weiterlesen →
1.04.2010 · 2 Kommentare
Ich rege mich über Heavy Rain auf
Niemand, der an der Entwicklung von Heavy Rain beteiligt war hat eine Ahnung, was eine gute Geschichte ist, woran man sie erkennt, wie sie strukturiert ist. Oder David Cage macht alles allein und niemand sagt ihm, was dringend hätte überarbeitet werden müssen. Ich weiß nicht, was genau bei der Entwicklung von Heavy Rain so grundlegend falsch gelaufen ist. Aber das Spiel leidet an einer merkwürdigen Diskrepanz zwischen millionenschwerer technischer Brillanz und amateurhaften Erzählversuchen, die von jeder Tatort-Folge übertroffen werden. Auch von der in Bremen mit Nazis und Jeanette Biedermann, bei der irgendwann die gesamte deutsche Musikprominenz in einer Hotellobby steht und gutmenschlich bewegt „All i wanna say is that they don‘t really care about us“ anstimmt. weiterlesen →
18.03.2010 · 4 Kommentare